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Little London / Blog

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  • Cider und Ale: Schaumige Pub-Klassiker

    Cider und Ale: Schaumige Pub-Klassiker

    Cider und Ale gehören zu den Klassikern im Pub. Fälschlicherweise oftmals beide als Bier bezeichnet, handelt es sich um zwei vollkommen verschiedene Getränke: Ein Bier und ein Schaumwein. Typisch britisch sind sie aber beide.

     

    Was sind Cider und Ale?

    Cider hat viele Namen. Apfelschaumwein, Apfelsekt, Cidre oder auch Zider. In allen Fällen ist ein moussierender, also schäumender, Apfelwein gemeint. Die Herstellung findet noch genauso statt wie vor Jahrhunderten, auch wenn sie natürlich verbessert wurde: Die Äpfel werden geerntet, gepresst und der Saft für einige Wochen oder Monate fermentiert. Das fertige Getränk wäre eher still, trocken und mit 7-8 vol% recht stark.

    Um dem vorzubeugen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Durch eine Pasteurisierung werden die Hefen abgetötet, so dass erneut zugegebener Zucker nicht weiter in Alkohol umgewandelt wird. Alternativ wird Süßstoff beigefügt, der von den Hefebakterien nicht umgewandelt wird, oder die Hefe wird ausgefiltert. Durch hinzugefügte Kohlensäure wird der Cider spritzig und schaumig.

     

    Ale ist ein alter Begriff für ein fermentiertes alkoholisches Getränk und in Großbritannien beheimatet. Umgangssprachlich wird Ale synonym mit Bier verwendet, obwohl es sich historisch ursprünglich um zwei verschiedene Getränke handelte: Ale wurde ohne, Bier mit Hopfen vergoren. Heute ist diese Trennung nicht mehr so eindeutig. Mit zwei Ausnahmen werden heutzutage alle obergärigen Biersorten in Großbritannien als Ale bezeichnet. In den USA wird noch weniger differenziert, dort werden alle obergärigen Biere Ale genannt.

     

    Der Unterschied zwischen Cider und Ale

    Während Ale und Bier zumindest beide mit vergorenem Getreide produziert werden, unterscheidet sich Cider grundlegend von ihnen, da es weder Malz noch Hopfen enthält. Tatsächlich ist Cider näher am Wein, denn es wird der aus Früchten gepresste Saft fermentiert.

    Von einem Cider Ale zu sprechen, ist also nicht korrekt. Verwendet wird dieser Begriff umgangssprachlich allerdings durchaus manchmal, und nicht zuletzt Getränke wie das Redd’s Apple Ale verwischen die Trennlinie weiter. Hierbei handelt es sich allerdings um ein reines Ale, das mit Äpfeln aromatisiert wurde, und nicht um Cider.

     

    Die lange Geschichte von Cider und Ale

    Beide Getränke haben eine lange Geschichte und sind schon seit Jahrhunderten bekannt.

    Es waren die Römer, die den Briten das Geheimnis des Apfelanbaus und der Saftgewinnung im großen Stil zeigten. Der Grundstein für Cider war gelegt, aber erst durch die Eroberung der Normannen 1066 verbreitete sich der Apfelschaumwein auf der Insel. Denn hier fanden die Normannen ähnliche Bedingungen wie an der nordfranzösischen Küste: Milde Temperaturen und ein hoher Niederschlag. Nicht gut für den Weinanbau, aber optimal für Apfelbäume.

    Cider wurde schnell beliebt im Volk, und fast jeder Bauernhof stellte Cider für den Eigenbedarf her. Aber auch Könige wollten nicht auf den Apfelwein verzichten: König Johann Ohneland, eben jener Prinz John, der sich der Legende nach mit Robin Hood herumschlagen musste, soll aufgrund seines exorbitanten Cider-Konsums gestorben sein.

    Bier ist eines der ältesten Produkte, das die Menschen hergestellt haben. Bereits 10.000 v. Chr. soll bereits ein bierähnliches Getränk gebraut worden sein. Natürlich hatte das damalige Getränk noch nicht allzu viel mit den heutigen Ales und Bieren gemein, aber es war der Grundstein. Bis etwa zum Jahr 1400 wurden Thymian und Rosmarin beigefügt, damit das Bier nicht verdarb und mehr Geschmack erhielt.

    Im 15. Jahrhundert führten dann Händler aus Holland und Flandern in England den Hopfen ein. Das Bier wurde dadurch bitter, und je nachdem, ob Hopfen verwendet wurde, wurde nun zwischen Ale und Bier unterschieden. Da lange Zeit ohne vollkommen gasdichte und druckfeste Gärbehälter gebraut wurde, zeichnete das Ale ein geringer Kohlensäuregehalt aus, der ihm heute einen nicht nur guten Ruf eingebracht hat. Dadurch ist auch die Schaumkrone des Ales eher schwach ausgeprägt.

    Das Bier war im Mittelalter das Volksgetränk schlechthin. Karl der Große förderte um 800 herum die Bierbrauerei in Klöstern, wo die Rezeptur immer weiter verbessert und verfeinert wurde. Und auch heute noch werden immer wieder neue Ale- und Biersorten entwickelt.

    Cider und Ale: Schaumige Pub-Klassiker

    Cider als Mischgetränk

    Cider wird nicht nur pur serviert, sondern auch für verschiedene Mischgetränke verwendet. Als „Snake Bite“ wird die Mischung aus Cider und einem hellen Bier bezeichnet, der manchmal noch etwas Schwarze Johannisbeere beigemischt wird. „Black Cider“ bezeichnet Cider mit einem Schuss Sirup der Schwarzen Johannisbeere, während „Black Velvet“ ist die Mischung aus Cider mit Guinness, einer irischen Biersorte, ist. Charakteristisch für das Guinness sind seine schwarze Farbe und die feste Schaumkrone.

     

    Ale soweit das Auge reicht

    Das Ale gibt es nicht. Viel eher wird zwischen mehreren Arten unterschieden, die ganz unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Es gibt so viele Sorten, die von hell bis sattbraun, erdig bis fruchtig und mild bis herb reichen, dass Ales ein großes Feld zum Ausprobieren bieten. Allen Ales gemein ist nur, dass sie obergärig gebraut werden.

    Zunehmend Bekanntheit erlangt derzeit das IPA, das India Pale Ale. Es ist stärker und herber als das gewöhnliche Pale Ale, das mit sehr viel Hopfen gebraut und eine deutlich ausgeprägte fruchtige Note besitzt. Wer es milder bevorzugt, sollte ein Mild Ale probieren, das nur wenig Hopfen enthält und eher süßlich ist.